Hotel Blog "Anno 1698"

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Die Ludorfer Kirche und die Pilgerfahrt Heinrich des Löwen nach Jerusalem

Die Ludorfer Kirche und die Pilgerfahrt Heinrich des Löwen nach Jerusalem

Im Jahre 1172 löste der Welfenherzog und Eroberer des Slawenlandes, auch Heinrich der Löwe genannt, sein Versprechen ein, „das Kreuz zu nehmen" und eine Pilgerfahrt ins Heilige Land zu unternehmen. Prominente Begleiter sind der zum Christentum übergetretene Obodritenfürst Pribislaw, die Grafen Gunzelin von Schwerin und Sigfried von Blankenburg, sowie der Bischof Konrad von Lübeck und eben der mit Heinrich dem Löwen ins Land gekommene Wipert von Morin, der Stammvater des Ludorfer Geschlechts und Erbauer der ersten Burg Morin in der Ludorfer Feldmark. 

Siehe Blogbeitrag "Ludorf und die Slawen"

Am 20. Januar 1172 erklingt das Aufbruchsignal für den Löwen aus Braunschweig und begleitet von 1200 Bewaffneten zog man los. Immer wieder unterbrochen von feierlichen Messen geht die Fahrt über Wien, teilweise per Schiff, teilweise auf dem Landweg über Ungarn und Serbien. Die sich als friedlich bezeichnende Pilgerkolonne musste sich allerdings mit Schwertern und Wurfgeschossen gegen angreifende Serben wehren.

In Tagesmärschen zwischen 19 und 34 Kilometern näherte man sich dem ersten Ziel Konstantinopel. Am 4. April 1172, einem Karfreitag, kam man dort an. Heinrich der Löwe wird wie ein König gefeiert. Neben Kaiser Manuel I. Komnenos zieht er ein und darf in einem goldenen Zelt auf einem Thron neben dem Kaiser der Messe beiwohnen. 

Akkon erreichen sie mit dem Schiff und marschieren weiter nach Jerusalem. Vor den Toren der Stadt empfangen Tempelritter und Johanniter die deutschen Pilger in allen Ehren. Drei Tage werden sie im Königspalast bewirtet. 

Dann besucht Heinrich der Löwe und sein Gefolge die Stätten der Bibel. Bethlehem und der Ölberg, der Jordan sowie Nazareth und natürlich die Grabeskirche in Jerusalem werden genannt.

Der Rückweg führt über See von Akkon nach Tarsos, wo sie unter dem Schutz von 500 Reitern des Sultans Kilij Arslan II durch die Rumänische Wüste nach Heraklia und weiter nach Akserai und Ikonium geleitet werden. Der Weg führte weiter nach Konstantinopel, Bulgarien, zum ungarischen König Bela III. nach Bayern in die Heimat Heinrichs. 

Hier löste sich der Zug auf und die nordischen Herren, wie Pribislaw und der Morin, kehrten heim nach Mecklenburg. Die Überlieferung sagt, dass in den Jahren nach der Pilgerreise Wipert von Morin, unter dem Eindruck der Pilgerfahrt und dem Erlebnis der Heiligen Stätten, die Ludorfer Kirche nach dem Vorbild der Jerusalemer Grabeskirche errichten ließ.

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